Steh nicht dort, wo mein Grabstein bricht
Ich bin nicht hier, ich schlafe nicht
Weil ich wie tausend Winde weh
Ich bin Kristallglanz auf dem Schnee
Ich bin das Sonnlicht auf reifem Feld
Ich regne sanft durchs Himmelszelt
Wenn dich der Morgen ganz still erweckt
Und einen Vogelschwarm aufschreckt
Bin ich sein rascher Kreiselflug
In der Nacht bin ich auch Sternenzug
Steh nicht dort, wo mein Grabstein bricht
Ich bin nicht hier, tot bin ich nicht
Übersetzung von "mkh" des Mary Frye zugeschriebenen Gedichts "Do not stand at my grave and cry..."
(aus: Wortlandung, Dez. 2007)
Freitag, 14. Dezember 2007
Sonntag, 27. Mai 2007
Frage an den Horizont
Sehnsucht wirft den Hoffnungsschimmer
vage an den Horizont.
Nimmst du Kurs und bist ihm gleich nah,
kurz vorm Ziel, so zeigt sich immer:
Horizont ist nicht erreichbar.
Wille, Glaube, Mut und Tatkraft
tragen bis ans Tor im Mond,
leiten dich auf der Mission.
Aber das, was wirklich Fahrt schafft,
ist die glasklare Vision.
(aus: Wortgewebe, Nov. 2006)
vage an den Horizont.
Nimmst du Kurs und bist ihm gleich nah,
kurz vorm Ziel, so zeigt sich immer:
Horizont ist nicht erreichbar.
Wille, Glaube, Mut und Tatkraft
tragen bis ans Tor im Mond,
leiten dich auf der Mission.
Aber das, was wirklich Fahrt schafft,
ist die glasklare Vision.
(aus: Wortgewebe, Nov. 2006)
Villons Urenkels Kleines Testament
Mein Kind, ich bin nicht wirklich weise.
Nur manchen klugen Tropfen Wein
genoss ich gern auf meiner Reise.
Maßvoll schenke ich mir ein.
Der erste Tropfen kennt die Täuschung
und weiß, wir wären besser klug
und glaubten mehr an die Verheißung
in uns selbst, statt Lug und Trug.
Denn in der Welt herrscht Völlerei,
die Wahrheit frisst man nöcher noch,
und was dem Einen heilig sei,
scheißt dem Anderen durchs Loch.
Der zweite Tropfen kennt die Stille,
er weiß, das Laute dient der Macht,
drum merke, wie der eigne Wille
mutig jede Macht verlacht.
Denn was dem Einen Sturm ist, Kind,
das ist dem Andern heiße Luft,
dem Nächsten nur noch warmer Wind,
hinten aus dem Arsch verpufft.
Der dritte Tropfen kennt dein Leben.
Sieht die Geburt, ermisst den Tod,
weiß Glück und Leid, Verzicht und Streben.
Dir zum Wohl sei mein Wein rot.
(aus: Wortgewebe, Nov. 2006)
Nur manchen klugen Tropfen Wein
genoss ich gern auf meiner Reise.
Maßvoll schenke ich mir ein.
Der erste Tropfen kennt die Täuschung
und weiß, wir wären besser klug
und glaubten mehr an die Verheißung
in uns selbst, statt Lug und Trug.
Denn in der Welt herrscht Völlerei,
die Wahrheit frisst man nöcher noch,
und was dem Einen heilig sei,
scheißt dem Anderen durchs Loch.
Der zweite Tropfen kennt die Stille,
er weiß, das Laute dient der Macht,
drum merke, wie der eigne Wille
mutig jede Macht verlacht.
Denn was dem Einen Sturm ist, Kind,
das ist dem Andern heiße Luft,
dem Nächsten nur noch warmer Wind,
hinten aus dem Arsch verpufft.
Der dritte Tropfen kennt dein Leben.
Sieht die Geburt, ermisst den Tod,
weiß Glück und Leid, Verzicht und Streben.
Dir zum Wohl sei mein Wein rot.
(aus: Wortgewebe, Nov. 2006)
Unacht
Irgendwann
trugst du eine kleine Last
die dir schwer war an mich heran
Ich aber brachte
den Ernst gar nicht auf
um zu merken was mehr war und lachte
Da ließ ich dich stehen
mit deiner Last dann gingen
wir weiter als wär nichts geschehen
(aus: Wortgewebe, Nov. 2005)
trugst du eine kleine Last
die dir schwer war an mich heran
Ich aber brachte
den Ernst gar nicht auf
um zu merken was mehr war und lachte
Da ließ ich dich stehen
mit deiner Last dann gingen
wir weiter als wär nichts geschehen
(aus: Wortgewebe, Nov. 2005)
Starre
Kurz vor dem ersten Schnee.
Der Wald erstaunlich still
und starr. Und niemand will
ein Fuchs sein oder Reh.
Der Bäume Schweigen legt
sich wie ein schwerer Bauch,
ein Schlaf bringender Hauch,
auf das, was sich bewegt.
Er wandert schnell und spricht:
Wer jetzt zu lang bedenkt,
bis ihn die Starre fängt,
ändert sich lange nicht.
(aus: Wortgewebe, November 2005)
Der Wald erstaunlich still
und starr. Und niemand will
ein Fuchs sein oder Reh.
Der Bäume Schweigen legt
sich wie ein schwerer Bauch,
ein Schlaf bringender Hauch,
auf das, was sich bewegt.
Er wandert schnell und spricht:
Wer jetzt zu lang bedenkt,
bis ihn die Starre fängt,
ändert sich lange nicht.
(aus: Wortgewebe, November 2005)
Nachdenklichkeit
Begleiterin
Ruhebringerin
Sturmträgerin
Brandschatzerin
Dring in mich
Bezwing mich
Bleib jetzt im Hier
und trag mich fort
Verheiße mir
das Zauberwort
Mach mich weit
Nachdenklichkeit
aus: Wortgewebe, Oktober 2005
Ruhebringerin
Sturmträgerin
Brandschatzerin
Dring in mich
Bezwing mich
Bleib jetzt im Hier
und trag mich fort
Verheiße mir
das Zauberwort
Mach mich weit
Nachdenklichkeit
aus: Wortgewebe, Oktober 2005
Lachende Katze
Leben
sich lieben
sich binden
sich verlieren
auseinandergehen
zusammen bleiben
nahe stehende, ferne
Menschen wie
Paralleluniversen
immer fort, immer da
das Wesentliche bleibt
anwesend
sich lieben
sich binden
sich verlieren
auseinandergehen
zusammen bleiben
nahe stehende, ferne
Menschen wie
Paralleluniversen
immer fort, immer da
das Wesentliche bleibt
anwesend
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